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Empfohlen Leichte Bergtour Von Griesen auf Schellkopf (1.832m), Schellschlicht (2.053m) und Sunkenkopf (1.766m)

Dieses Thema im Forum "Tourenbeschreibungen" wurde erstellt von Thom, 6. September 2020.

  1. Thom

    Thom Mitarbeiter Registrierter Benutzer Intern

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    Isny im Allgäu
    Weite und konditionell etwas fordernde Wanderung, welche im Abstieg von der Schellschlicht in Richtung Sunkensattel gute Trittsicherheit auf splittrigem Bruch erfordert. Großartige Aussicht aufs umliegende Bergland vor allem vom abseits gelegenen Schellkopf.

    Tour-Bewertung:

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    7,5 Std.
    [​IMG] Kondition
    [​IMG] ca. 1.600 Hm / 17,6 km
    [​IMG]Schwierigkeit T4 / I (ganz kurze, seilversicherte Stelle)
    [​IMG] Aussicht
    [​IMG] Empfehlung

    [​IMG]Tourengänger: Franzi, Andreas, Julia, Michi, Tobias, Thom

    Mittlerweile erfreut sich auch die Schellschlicht an den Wochenenden großer Beliebtheit beim Wanderpublikum - Corona macht's möglich. Ähnlich wie am Frieder war hier vor gut 10 Jahren unter der Woche der Bergausflug garantiert noch einsam, an den Wochenenden traf man hier und da auf den ein oder anderen Mitstreiter. Mittlerweile werden an schönen Tagen sicherlich 50-60 Leute den Gipfel der Schellschlicht besuchen - Grund hierfür sind wohl die einfache Erreichbarkeit und das gute und markierte Wegenetz. Dennoch kann man alpinen Flair und viel unberührte Natur genießen, zudem thront direkt gegenüber der höchste Berg Deutschlands - die mächtige Zugspitze.
    Schon im November 2011 konnten Tobias und ich der Schellschlicht im Zuge einer Überschreitung mit anschließender Besteigung von Kreuzspitzl und Friederspitz einen Besuch abstatten. Damals hatten wir die Trabanten der Schellschlicht - Schellkopf und Sunkenkopf - allerdings noch nicht wirklich auf dem Schirm. Aber kommt Zeit kommt Schirm - oder so ähnlich. Jedenfalls stand der letzte warme Spätsommertag vor der Haustüre und es hatten sich ein paar Freunde zum gemeinsamen Wanderausflug bereits angemeldet und so viel kurzer Hand die Wahl auf diese hier vorgestellte Runde. Ein früher Aufbruch ist hierbei ratsam, gibt es doch am Ortsrand von Griesen nur zwei recht begrenzte Wanderparkplätze, welche den neuerlichen Ansturm kaum zu bändigen vermögen. Hat man einen Parkplatz ergattert, so folgt man erstmal gemütlich den Beschilderungen folgend dem Tal der Neidernach, welche ihre Quelle knapp unterhalb der Scharte zwischen Schellschlicht und Kreuzspitzl hat.

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    Von Griesen aus folgen wir den Beschilderungen auf dem breiten Forstweg am Ufer der Neidernach.

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    Der vierte Abzweig nach rechts führt uns dann zuerst über einen Hohlweg, später über schmale Bergsteige hinauf in Richtung Schellalpe. Hier die Stahlbrücke über das tiefe Tobel der Schelllaine.

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    In unzähligen Kehren geht es rasch im Wald hinauf, mit zunehmender Höhe wird das Gelände jedoch freier, die Ausblicke besser. Die sommerlichen Temperaturen lassen uns hier bereits ordentlich schwitzen.

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    Nach knapp 2 Stunden Aufstieg haben wir dann die hübsch gelegenen Schellalpe erreicht, wo wir erstmal einen kurzen Verpflegungsstopp inklusive Blasenverarztung einlegen.

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    Immer wieder der Blick auf den behäbigen Gipfel der Schellschlicht.

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    Gleich ist die einzig spannende Stelle im Aufstieg zur Schellschlicht erreicht ...

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    ... der kleine Schellkopf grüßt von gegenüber, wir müssen jedoch erst ...

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    ... die seilversicherte, klettertechnische "Schlüsselstelle" der Tour überwinden (kaum I).

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    Danach verlassen wir den Anstiegsweg hinauf zur Schellschlicht und folgen linkerhand einer gut sichtbaren Latschengasse hinüber in Richtung Schellkopf. Die kecke Spitze rechts vom Schellkopf ist die Gehrenspitze, deren Ostgrat sich mittlerweile auch großer Beliebtheit erfreut.

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    Der Übergang zum Schellkopf ist einfach, zieht sich aber ein wenig hin. Am letzten Aufschwung zum Gipfel verläuft die Trittspur durch ein kleines Labyrinth aus Latschenkiefern, hier ist ein wenig Orientierungssinn vor allem beim Rückweg gefragt - es gibt aber mehrere Möglichkeiten.

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    Am einsamen Gipfel des Schellkopfes angekommen. Die Ausblicke aufs umliegende Berglandschaft sind fantastisch, die Ruhe lädt zum verweilen ein. Hier kann man es getrost länger aushalten.

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    Auf bekannten Weg geht es anschließend zurück in Richtung Schellschlicht. Halb links im Hintergrund thront das ebenfalls lohnend zu besteigende Lichtbrenntjoch vor dem Danielkamm.

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    Wieder auf dem Steig hinauf zur Schellschlicht. Über das Brandjoch geht es in knapp 30 Minuten hinüber zum bekreuzten Gipfel. Hinten rechts ist gerade noch so der Gipfel des Frieder zu sehen.

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    Der Gipfel der Schellschlicht ist nun zum Greifen nahe, linker Hand Kreuzspitzl und Kreuzspitze.

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    Das schöne Massiv der Geierköpfe ist auch jederzeit eine Überschreitung wert. Rechts dahinter die Hochplatte.

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    Gipfel Schellschlicht. Die Laune ist gut, der Heimweg aber noch weit. Dadurch halten wir die Pause kurz und machen uns rasch wieder an den Abstieg hinab zum Sunkensattel - die gehtechnische Schlüsselstelle der Tour.

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    Der Abstieg hinab zum Sunkensattel erfordert sicheren Tritt auf den sehr schotterigen, teils abschüssigen und ausgesetzten Bergwegen. Wer sich nicht sicher fühlt, besser wieder über die Schellalpe abstiegen.

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    Der Sunkenkopf gerade aus. Während die anderen Mitstreiter weiter absteigen, möchte ich ihm noch schnell auf sein Haupt steigen. Dummerweise lasse ich mich natürlich von der hier gut sichtbaren Latschengasse, welche direkt im Sunkensattel mit Trittspuren ansetzt, verführen und folge diesen ... ins nichts - beziehungsweise in ein übel steiles Latschenfeld ... Hätte ich mal vorher den AVF studiert. Egal, ich kloppe mich etwa 20 Minuten mit dem harzigen Grün auf übelste Art und Weise, stehe nach weitere 10 min dann endlich am kleine, gegrasten Gipfelchen. Zur Nachahmung eher nicht zu empfehlen.

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    Blick vom Gipfel des Sunkenkopfes hinüber zum Danielkamm (rechts) und der Mieminger Kette. Beim Abstieg orientiere ich mich auf den etwas lichteren Geländerippen in der Westflanke des Sunkenkopfes hinab zum Bachbett (laut AVF wohl der einfachste und schnellste Zustieg), wo ich schließlich auch wieder auf den Wanderweg und meine Bergkameraden treffe.

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    Der Abstieg zieht sich dann nochmal ein wenig - eine kurze Schrofenstelle ist hierbei mit einem Stahlseil gesichert. Danach geht auf holprigen Wanderwegen durch den Wald hinab zurück nach Griesen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 12. Oktober 2020
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