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Empfohlen Schwere Bergtour Über Butzenspitze und Kleinspitze auf die Braunarlspitze (2.649m)

Dieses Thema im Forum "Tourenbeschreibungen" wurde erstellt von Thom, 13. Juli 2026.

  1. Thom

    Thom Mitarbeiter Registrierter Benutzer Intern

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    Ort:
    Isny im Allgäu
    Spannend-rustikale und teils luftige Überschreitung von Butzen- und Kleinspitze hinauf zur Braunarlspitze. Unerwartet gute Felskletterstellen, aber auch harter Bruch und anspruchsvolle Gehpassagen.

    Tour-Bewertung:

    [​IMG] ca. 6 Std.
    [​IMG] Kondition
    [​IMG] ca. 1.500 Hm / 13 km (davon 350 Hm / 7 km mit Bike)
    [​IMG]Schwierigkeit bis III / T6
    [​IMG] Aussicht
    [​IMG] Empfehlung

    [​IMG]Tourengänger: Franzi, Thom

    Das mächtige Massiv der Braunarlspitze entsendet nach Osten einen markanten und großzügigen Felsgrat, welcher zwei weitere nur wenig beachtete Gipfel trägt. Diese sind von der Butzenschulter aus, trotz stark wechselnder Felsqualität, sehr lohnend und spannend zu überschreiten. Hierbei sind perfekte Trittsicherheit und das Beherrschen der angegebenen Kletterschwierigkeiten Grundvoraussetzungen für eine sichere Absolvierung der hier vorgestellten Tour. Während des gesamten Gratüberganges ist zudem tunlichst darauf zu achten, keine Steine in Richtung Süden loszutreten, würden diese doch unweigerlich auf den in der Südflanke des Massivs eingebettete Wandersteig stürzen und evtl. Wanderer gefährden. Die Tour punktet mit abwechslungsreichem Zu- beziehungsweise Abstieg, fantastischer Aussicht, überraschend guten Kletterstellen und vollkommener Einsamkeit während der Gratüberschreitung. Wir starten im kleinen Dörfchen Schröcken am Hochtannbergpass, wo wir unser Vehikel am Wanderparkplatz rechts hinter der Kirche deponieren können. Die nun folgende kurze, aber steile Auffahrt zur Hinteren Felle-Alpe hat es allerdings in sich. Von der Alpe geht es über herrliche Blumenwiesen hinauf unter die Hochgletscherwanne, wo wir dem Wegweiser nach links hinauf zum Butzensee – ein paar einfache Fels- und Drahtseilpassagen gestalten den Aufstieg sehr abwechslungsreich – folgen.

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    Knapp unterhalb der witzigen Hinteren Fellealpe (links) machen wir Bikedepot und steigen über einen kleinen, etwas zugewucherten Steig hinauf in Richtung Hochgletscherwanne. Im Hintergrund thront der Große Widderstein.

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    Durch üppige Blumenwiesen geht es der wilden Felsenszenerie entgegen.

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    Am Wegweiser unterhalb der Hochgletscherwanne. Wir folgen dem Pfad nach links hinauf zum Butzensee. Später werden wir wieder von rechts herabkommen, also fast eine perfekte Rundtour. Im Hintergrund strecken sich die klotzigen Felsmassive von Butzenspitze, Kleinspitze und Braunarlspitze dem blauen Firmament entgegen.

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    Der Weg hinauf zum Butzensee ist abwechslungsreich. Man quert ein seilversichertes Mergeltobel, später geht es über etliche Karstfelsen und eine ebenfalls versicherte Felsrinne hinauf zum schön gelegenen See.

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    Bei der schwülen Morgenhitze wäre ein erfrischendes Bad sehr verlockend muss ich zugegen, allerdings befinden wir uns erst am Anfang der Tour und so bleibt nur ein kurzer sehnsüchtiger Blick ins blaue Wasser während wir unseren Weg hinauf zur Butzenschulter fortsetzen.

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    Vom Butzensattel aus hat man einen feinen Ausblick auf Mehlsack links sowie auf das faszinierende Gipfelpaar von Pfaffeneck und Pöngertlekopf, welche immer noch weit oben auf unserer Agenda stehen.

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    Der etwas eintönige Hatsch hinauf zur Butzenschulter ist bald absolviert. Der Wanderweg zweigt direkt unter dem hier ansetzenden Südostgrat der Butzenspitze nach links weg.

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    Wir steigen hier direkt in den schnell luftiger werdenden Grat ein und klettern immer direkt an der oft brüchigen Gratkante, manchmal aber auch durch hübschen Fels hinauf in Richtung Butzenspitze.

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    Gutes Warm-up im I. und II. Schwierigkeitsgrad. Hauptschwierigkeit ist hier, keinerlei Steine loszutreten, welche mitunter hinab zum Wanderweg stürzen könnten. Schöner, rustikaler Auftakt der Grattour.

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    Nach ca. 15-20 Minuten ist dann schon der Gipfel der Butzenspitze erreicht. Der nun folgende Abstieg über deren Westgrat gestaltet sich bis kurz vor erreichen der tiefsten Scharte recht komfortabel und einfach (kaum I / T4).

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    Die Felsskulpturen in der Scharte wirken wild, lassen sich aber erstaunlich einfach auf günstigster Linie überschreiten. Hier ist der Beschrieb aus den alten AVF-Werken deutlich zu stramm angesetzt, eine IIIer muss man hier nirgends bewältigen - man kommt gut mit teils etwas brüchiger IIer-Kletterei hin.

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    Den ersten Turm, welcher sich wild über der Scharte aufbäumt, umgehen wir auf Band (II) kurz nordseitig, verlassen dieses aber rasch wieder hinauf in Richtung Grathöhe (II-III/T6), um in Folge ...

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    ... den wilden Grat in Richtung Kleinspitze (II-III) mit herrlichen Kletterstellen direkt überschreiten zu können. Die gut 35 Meter hohe Plattenwand hinauf zur Kleinspitze ist hinten links schon gut zu erkennen.

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    Rückblick zur Butzenspitze mit ihrem einfach zu begehenden Westgrat.

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    Über Bruchklötze nun ran an die herrlichen, wenn auch nicht immer aus bombenfestem Fels bestehenden Plattenwand (III). Die ersten Meter im markanten Riss sind die schwierigsten, nach oben hin wird es dann immer leichter. Alles in allem ein echter Bergsteigertraum.

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    Gipfel Kleinspitze. Der nun folgende Abstieg in die Braunarlscharte ist wild, spannend und beherbergt die größten gehtechnischen Schwierigkeiten der gesamten Gratüberschreitung.

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    Schon nach wenigen Abstiegsmetern versperrt einem ein 3-köfpiger Gratturm ordentlich den Weg. Wir umgehen diesen links (südseitig) auf luftigem aber gut zu gehendem Schotterband (I/T5+).

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    Danach darf wieder schön auf der Gratkante gekraxelt bzw. balanciert werden (I-II). Der westlich vorgelagerten Vorgipfel der Kleinspitze bricht schließlich jäh und äußerst bruchig in die Braunarlscharte ab. Wir entscheiden uns wieder für ein kurzes Ausweichen nach links und steigen über sehr steile, schotterbepackte Schrofen (I/T6) etwa 25-30 Meter hinab, bevor wir nach rechts einem schmalen Band folgend direkt zur Scharte queren können.

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    Rückblick Steilabbruch Vorgipfel Kleinspitze. Sieht nicht allzu wild aus, das Gestein ist aber durchweg schlecht. Eventuell könnte man auch über eine kaminartige Rinne in die Scharte hinabsteigen, halte ich aber von der Steinschlaggefahr her für unnötig gefährlich, die Schwierigkeit der Kletterei vermag ich auf Sicht nicht sicher zu bewerten.

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    Von der Scharte weg zeigt sich dann der Fels sofort wieder von seiner besseren Seite. Man überklettert einen teils luftigen Mauergrat hinüber zum Gipfelaufbau der Braunarlspitze - genial.

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    Mit der schönste Abschnitt - der luftige Grat von der Scharte zur Braunarlspitze (bis II-III) lässt jedes Bergsteigherz definitiv höher schlagen. Der Fels ist oft gut, die Kletterei sehr ansprechend und erinnert in den Bewegungen ein wenig dem Stuhlwandgrat am Grüntenmassiv.

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    Rückblick von unterhalb des letzten Gipfelaufschwunges der Braunarlspitze. Die Butzenspitze liegt hierbei direkt hinter dem Massiv der Kleinspitze und ist nicht zu sehen.

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    Da aktuell auf dem Wanderweg links neben uns Stille herrscht, bleiben wir auch beim letzten Aufschwung direkt am brüchigen Ostgrat der Braunarlspitze und klettern über so manch schöne Felsenstufe hinauf zum übervölkerten Gipfel (II-III).

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    Gipfel Braunarlspitze. Für den Abstieg wählen wir die sehr beliebte und markierte Route des Weimarer Steiges.

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    Blick vom Weimarer Steig hinüber zur kaum bestiegenen Orgelspitze.

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    Auf dem Weimarer Steig hinab ins Fürkele.

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    Blick auf Gratverlauf und die noch schneeverfüllte Hochgletscherwanne. Mann erkennt sogar von hier den 3-köpfigen Gratturm am oberen Westgrat der Kleinspitze. In einer knappen Stunde geht's zurück zu unseren Bikes und mit viel wohltuendem Fahrwind hinab nach Schröcken ... was eine tolle Tour.
     
    Zuletzt bearbeitet: 18. Juli 2026 um 14:20 Uhr
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