1. Diese Seite verwendet Cookies. Wenn du dich weiterhin auf dieser Seite aufhältst, akzeptierst du unseren Einsatz von Cookies. Weitere Informationen

Empfohlen Schwere Bergtour Öfnerspitze Ostgrat, Krottenspitze, Muttlerkopf

Dieses Thema im Forum "Tourenbeschreibungen" wurde erstellt von Tobias, 3. Juli 2022.

  1. Tobias

    Tobias Mitarbeiter Registrierter Benutzer Intern

    Registriert seit:
    17. September 2008
    Beiträge:
    2.072
    Bilder:
    1.906
    Ort:
    Isny-Maierhöfen/Reutlingen
    Absolut schöner und sehr lohnender Alternativanstieg auf die Öfnerspitze. Speziell das Lösen des Tickets für den Ostgrat erfordert allerdings stabile Nerven.

    [​IMG] ca.8h

    [​IMG] Kondition
    [​IMG] ca. 1800Hm
    [​IMG] T5/III
    [​IMG] Aussicht
    [​IMG] Empfehlung

    [​IMG] Tourengänger: Franzi, Thom, Tobi


    Zurück zu den Wurzeln. Im Fall des Ostgrates der Öfnerspitze bezog sich das nicht nur auf die Bergsteigerei: weglos, anspruchsvoll, Klettereien bis III, sondern eben auch auf die Vorbereitung der Tour. Wo heute zumeist haufenweise Informationen aus dem Netz abgefragt werden (bin mir der Ironie bewusst), war in diesem Fall schlicht nichts zu finden. Die einzige (und nächträglich betrachtet völlig zutreffende) verfügbare Quelle war der alte Alpenvereinsführer der Allgäuer Alpen mit seinen kurzen, aber sehr positiven Worten. Und so wurden eben in den vergangenen Jahren Detailaufnahmen des Grates bei Begehungen des gegenüberliegenden Krottenkopfes gemacht, um gut vorbereitet an die Sache herangehen zu können. Ein Fragezeichen blieb allerdings bestehen: Würde sich der markante Turm tatsächlich umgehen lassen? Die Bilder ließen jedefalls kein abschließendes Urteil zu. Umso spannender war das Probieren! Mit den Radln angenehm (besonders für den Rückweg) bis knapp unter die Obere Rossgumpenalpe, dann, zuletzt im steilen Gras, ins einsame Öfnerkar. (Feststellung: Der Krottenkopf Nordgrat ist wieder sehr beliebt geworden.) Ansteuern der östlich gelegenen Scharte und über eine erste Abkletterstelle (II) aufs breite Band. Und tatsächlich, es geht ums Eck! Dass es auch um den Turm herumführt, ist allerdings sehr frei interpretiert. Hier wird schnell klar, dass die Geschichte nun ernst wird. Extrem ausgesetzt (gute 50 Meter gehts senkrecht ins Loch) quert man auf kleinem Sims wenige Meter nach links und erklettert über einen kleinen Wulst geneigte Platten. Bald in kurzem, senkrechten Kamin zum Grat hinauf. Was ein Auftakt. 30 Meter, die zwar technisch überschaubar (IIer und IIIer Kletterei), aber superluftig und absolut fehlerintolerant sind. Ist der Grat erreicht, gehts unterhaltsam und spannend dem Gipfel entgegen. Kleine Umgehungen links und rechts, drüber geht oft auch, wie es eben beliebt (II-III). Der eigentliche Gipfelaufschwung wirkt frontal eher splittrig, weshalb wir kurz links auf gutem Band ausweichen und schließlich nach rechts über kurzweiliges Zweiergelände Richtung Kreuz steigen. Nun etweder leicht auf den Gipfel oder die schöne, kleine, senkrechte Direktvariante nehmen (III+). Auch der Weiterweg zur Krottenspitze und zum Muttlerkopf über das kletterfeundliche, feste 8-Meter-Wandl (II-III, Kleinere müssen sich doch mal lang machen) aus einer breiten Scharte fügt sich perfekt in die Tour ein, erfordert aber weiterhin anspruchsvolles sowie umsichtiges Steigen und Kraxeln (T4-5, I-II) im oft brüchigen Gelände.

    [​IMG]

    Ostgrat Öfnerspitze.

    [​IMG]

    Im Grasdurchlass hinauf zum Öfnerkar.

    [​IMG]

    Im Öfnerkar.

    Nun gilt es, das plateauartige helle Band rechts unterhalb des markanten Gratturmes zu erreichen.

    [​IMG]

    Anstieg zum Band.

    Wir halten uns bald links, was erste schöne Kletterstellen bereithält.

    [​IMG]

    Das markante, breite, aber doch ziemlich geneigte Band ist nach einer ersten Abkletterstelle (II) erreicht.

    [​IMG]

    Rückblick mit Abkletterriss.

    Nun ums Eck (es geht tatsächlich weiter), ...

    [​IMG]

    ... dann wirds ernst(haft) luftig:

    [​IMG]

    Auf kleinem Sims ausqueren und mit kleinen Griffen und hohem Antreten die wieder etwas einfacheren geneigten Platten erklettern. (Kurz III, dann II.)

    [​IMG]

    ...

    [​IMG]

    Darauf folgt tolle, weiterhin stark exponierte, kurze Block- und Kaminkletterei. (III, dann II.)

    [​IMG]

    Ausstieg zum Grat.

    [​IMG]

    Ein erster großer Aufwurf kann etwas unterhalb des höchsten Punktes links recht einfach umgangen (II) oder schwieriger direkt überklettert werden.

    [​IMG]

    Leichte Abkletterstellen ...

    [​IMG]

    ... wechseln mit leichtem Bergauf.

    [​IMG]

    Ausblick auf den Gipfel.

    Der etwas splittrig wirkende dunkle Aufwurf kann später links auf Band mit leichter Kraxelei umgangen werden, ...

    [​IMG]

    ... vorher folgt aber ein schmales Gratstück und ...

    [​IMG]

    ... eine interessante Abkletterstelle (II-III).

    [​IMG]

    Die Stelle von oben.

    [​IMG]

    Kurze Umgehung des direkten Gipfelaufschwungs.

    Bald kann nach rechts angestiegen werden (II).


    [​IMG]

    Minipfeiler vor dem höchsten Punkt.

    Dieser darf mit III+ verbucht oder links einfacher umgangen werden.

    [​IMG]

    Weiter zur Krottenspitze.

    Im brüchigen Gelände muss sauber und konzentriert gestiegen werden. Je nach Route auch Kletterei bis knapp in den zweiten Grad.

    [​IMG]

    Krottenspitze.

    Nun zurück in die Scharte, einige Höhenmeter ansteigen und auf dem ersten geeigneten Band nach rechts queren.

    [​IMG]

    Bandquerung an der Öfnerspitze, um auf den Normalanstieg zu gelangen.

    [​IMG]

    ...

    [​IMG]

    Abstieg Öfnerspitze zum Muttlerkopf.

    [​IMG]

    Das schöne Wandl hinauf zum Muttlerkopf.

    [​IMG]

    Muttlerkopf.
     
    Zuletzt bearbeitet: 24. Oktober 2022
    Thom und Jens gefällt das.
  2. Grimpeur

    Grimpeur Registrierter Benutzer

    Registriert seit:
    19. April 2020
    Beiträge:
    6
    Öfner Ostgrat

    Hatte mir das auch schonmal überlegt, aber irgendwie nie probiert. Ganz interessant ist noch die südwestseitige Route durchs Schaferloch zwischen Öfner- und Krottenspitze.
     
  3. Tobias

    Tobias Mitarbeiter Registrierter Benutzer Intern

    Registriert seit:
    17. September 2008
    Beiträge:
    2.072
    Bilder:
    1.906
    Ort:
    Isny-Maierhöfen/Reutlingen
    Hallo Grimpeur,

    den Anstieg durchs Schaferloch "kannte/kenne" ich bisher nur durch die Beschriebe in den Alpenvereinsführern. Beim Queren zwischen Öfner- und Krottenspitze ging uns zuerst die potentiell eher hohe Steinschlaggefahr in diesen Trichter durch den Kopf, was sich aber vermutlich durch einen frühen Aufbruch und die eher überschaubare Frequentierung der (Normal-) Tour wieder relativieren dürfte. Deine Eindrücke?
    Zur Öfner: Klare Crux ist tatsächlich die Umgehung des klotzigen Turmes und das Erklettern der Grathöhe. Der eigentliche Grat an sich ist dann spürbar enspannter, da nicht mehr wirklich zwingend, was aber keinesfalls als Minuspunkt gewertet werden soll. Hat mich ein bissel an die Platteinspitzen erinnert... Auch vom mir bisher unbekannten Normalweg war ich positiv überrascht. Insgesamt eine echte Toptour.

    Grüße und eine hoffentlich tolle und gesunde Sommersaison! Tobias, Thom, Franzi

     
    Zuletzt bearbeitet: 24. März 2023
    Thom gefällt das.
Die Seite wird geladen...